Monat: September 2017

ICT-Richtlinie seit dem 1. August 2017 in Deutschland in Kraft | D

Am 01.08.2017 ist in Deutschland das Gesetz zur Umsetzung der Europäischen Intra-Corporate-Transfer Richtlinie („ICT-Richtlinie“) 2014/66/EU in Kraft getreten. Sie regelt die Bedingungen für die Einreise und den Aufenthalt von Drittstaatsangehörigen im Rahmen eines unternehmensinternen Transfers. Unternehmen mit Sitz außerhalb der EU sollen ihre Mitarbeiter zukünftig unter bestimmten Voraussetzungen durch Einführung eines neuen Aufenthaltstitels, der ICT-Karte, viel einfacher und vor allem schneller nach Deutschland entsenden können. Folgende Neuerungen ergeben sich durch die Umsetzung der ICT-Richtlinie: 1. Wann kann man eine ICT-Karte beantragen? Die ICT-Karte für Mitarbeiter kann unter folgenden Voraussetzungen beantragt werden: Transfer innerhalb der gleichen Unternehmensgruppe; Arbeitnehmer ist Führungskraft oder Spezialist; Arbeitnehmer ist seit mindestens 6 Monaten im Unternehmen beschäftigt; Dauer des Einsatzes in Deutschland: mindestens 90 Tage und maximal 3 Jahre; Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit für die Aufnahme der Beschäftigung; Gültiger Arbeitsvertrag mit Heimatarbeitgeber für die Dauer der Entsendung und Rückkehr zu diesem nach der Entsendung; Vergütung (Gehalt und geldwerte Zuwendungen) und Arbeitsbedingungen (Arbeitszeit, Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall etc.) vergleichbar mit lokalem Arbeitnehmer. 2. Langfristige Mobilität innerhalb der EU: Die Mobile ICT-Karte Der Entsandte darf bereits vor der Zustimmung mit seiner ICT-Karte aus einem anderen EU Mitgliedstaat seine Arbeit in Deutschland aufnehmen, wenn der Antrag 20 Tage vor der Entsendung nach Deutschland gestellt wird und Folgendes erfüllt ist: Transfer innerhalb der gleichen Unternehmensgruppe; Arbeitnehmer ist Führungskraft oder Spezialist ; Arbeitnehmer ist im Besitz eines nach der ICT-Richtlinie...

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Grenzüberschreitender Gebrauch von Firmenwagen durch Arbeitnehmer | D + CH

Als Fortsetzung unseres Blogs zum grenzüberschreitenden Gebrauch von Firmenwagen durch Arbeitnehmer aus umsatzsteuerlicher Sicht, möchten wir heute insbesondere die Konstellation Deutschland-Schweiz beleuchten. In Deutschland ansässige Arbeitnehmer mit Firmenwagen aus der Schweiz Ausgangsfall: Der Arbeitnehmer eines Schweizer Unternehmens ist in Deutschland (Zollgebiet der Union) ansässig und nutzt einen Dienstwagen seines Arbeitgebers aus der Schweiz (Zollausland). Umsatzsteuerliche Behandlung Die Überlassung eines Firmenwagens zur privaten Nutzung stellt eine entgeltliche Vermietung an einen Nichtunternehmer dar, deren Leistungsort der Wohnort des Arbeitnehmers, also Deutschland ist. Die deutsche Umsatzsteuer beträgt 19% berechnet auf den geldwerten Vorteil nach der sogenannten 1%-Regelung. Der Schweizer Arbeitgeber muss sich in Deutschland registrieren und hier entsprechend Umsatzsteuer abführen. Zollrechtliche Behandlung Seit Anfang 2015 gelten strengere zollrechtliche Vorgaben im Hinblick auf den Gebrauch von Dienstwagen. Früher war der private Gebrauch von Firmenwagen aus Drittstaaten (Zollausland) durch Arbeitnehmer, die ihren Wohnsitz innerhalb des Zollgebietes der EU haben, gestattet, wenn dieser im Arbeitsvertrag vereinbart war. Jetzt ist der Gebrauch des Firmenwagens gestattet, wenn er im Arbeitsvertrag geregelt ist und dann aber nur noch für: Fahrten Wohnung-Arbeitsort (Schweiz) Fahrten für berufliche Tätigkeiten, die nachweislich laut Arbeitsvertrag zu erbringen sind. Unterbrechungen des Arbeitswegs für z.B. Einkäufe gelten als unschädlich. Aber andere private Fahrten innerhalb der EU am Wochenende oder abends nach der Rückkehr zum Wohnort können eine Zollschuld auslösen. Dringend anzuraten ist, auch immer eine Kopie des Arbeitsvertrages mitzuführen (Schwärzungen von Passagen, die irrelevant sind...

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Grenzüberschreitende Firmenwagenüberlassung an Arbeitnehmer umsatzsteuerlich betrachtet | D+A

Das Dauerthema „Firmenwagenüberlassung an Arbeitnehmer“ hat nicht nur eine ertragsteuerliche Relevanz, sondern weist auch umsatzsteuerlich seit einigen Jahren eine neue Brisanz auf. Mit dem Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetz wurde Mitte 2013 die Verlagerung des Leistungsortes für langfristige Beförderungsmittel an Nichtunternehmer an den Ort, an dem der Leistungsempfänger ansässig ist, umgesetzt. Dies soll gemäß BMF-Schreiben vom 12.09.2013 auch für die Überlassung von Firmenwagen an Arbeitnehmer zur privaten Nutzung gelten. Für die grenzüberschreitende Überlassung von Dienstwagen an Mitarbeiter, die nicht im gleichen Staat ansässig sind wie das überlassende Unternehmen (z.B. Grenzgänger, Wochenendpendler), bedeutet dies, dass es zu einer Umsatzsteuerpflicht des Unternehmens samt Registrierungsverpflichtungen im Wohnsitzstaat des Arbeitnehmers kommen kann. Die Dienstwagenüberlassung ist aus deutscher Sicht ein entgeltlicher Vorgang, dessen Gegenleistung die anteilige Arbeitsleistung des Arbeitnehmers ist. Nachdem diese naturgemäß für mehr als 30 Tagen gewährt wird, gilt sie als langfristig. Unter die Privatnutzung fallen aus deutscher Sicht Privatfahrten, Fahrten Wohnung und erste Tätigkeitsstätte sowie Familienheimfahrten aufgrund von doppelter Haushaltsführung. Die umsatzsteuerliche Behandlung hängt auch stark davon ab, wie der Ansässigkeitsstaat des Arbeitnehmers umsatzsteuerlich die Kosten für einen betrieblichen PKW, sowie die private Nutzung einstuft. Die Komplexität soll nachfolgendes Beispiel verdeutlichen. Beispiel Deutsches Unternehmen überlässt Firmenwagen an einen in Österreich (Ö) ansässigen Arbeitnehmer Nach österreichischem Recht besteht kein Vorsteuerabzug für Aufwendungen, die im Zusammenhang mit einem betrieblichen PKW stehen, da Aufwendungen aus dem Betrieb von PKWs nicht als für das Unternehmen ausgeführt gelten. Entsprechend bedarf...

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